Wissen! Der Sachbuchpreis der wbg für Geisteswissenschaften
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Kategorie:
Übrige Germanische Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft
Ausstattung:
Buch (Hardcover)
ISBN:
9783849811334
Erschienen:
26.09.2017
Verlag:
Aisthesis

Autorenportrait

Windfuhr Manfred
Manfred Windfuhr, geb. 1930 in Remscheid-Lennep, Neugermanist, 1967-1969 Professor für Neuere Germanistik in Bonn, 1969-1992 in Düsseldorf, Herausgeber der Düsseldorfer Heine Ausgabe in 16 Bänden (Hamburg 1973-1997), Bearbeiter der Bände V und VIII. Weitere Buchveröffentlichungen: Immermanns erzählerisches Werk (1957), Die barocke Bildlichkeit und ihre Kritiker (1966), Die unzulängliche Gesellschaft. Rheinische Sozialkritik von Spee bis Böll (1971), Heinrich Heine. Revolution und Reflexion ‚(2. Auflage 1976), Erfahrung und Erfindung. Interpretationen zum deutschen Roman vom Barock bis zur Moderne (1993), Rätsel Heine (1997), Erinnerung und Avantgarde. Uwe Johnson als Erzähler (2003), Die Düsseldorfer Heine-Ausgabe. Ein Erfahrungsbericht (2005).
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Kommentare: 1 |
Windfuhr Manfred
Zukunftsvisionen
Von christlichen, grünen und sozialistischen Paradiesen und Apokalypsen
Mit „Zukunftsvisionen“ liegt die bisher umfassendste Geschichte der modernen Utopie/Dystopie in der deutschsprachigen Literatur vor. Innerhalb der Spannweite von apokalyptischen und paradiesischen Entwürfen unterscheidet Manfred Windfuhr – methodisch aufgeschlossen durch einen intensiven kulturwissenschaftlichen und soziologischen Kommentar – vier kulturell determinierte literarische Spielformen: christliche, grüne und sozialistische Modelle sowie die dystopische Katastrophenliteratur. Direkter oder indirekter Zeitkritik als Diagnose stehen positive oder negative Visionen als Prognose gegenüber. Die hochpoetischen oder hochrhetorischen Modelle (bis hin zur Science Fiction) gehören mit ihren Intentionen (Warnung, Abschreckung oder positive Motivation) zur engagierten Literatur. Manfred Windfuhr liefert eingehende Analysen von über 80 Romanen und Erzählungen sowie weitere 75 Kurzcharakteristiken. Bei aller Komplexität der Sachverhalte ist dem Autor ein überaus gut lesbares Buch gelungen. Drei berühmte Romane von Hesse, Werfel und Kasack stehen am Anfang, drei Kapitel über Dürrenmatt, Arno Schmidt und Grass bilden den Abschluss. Dazwischen erstreckt sich das Panorama der vier Grundtypen mit faszinierenden Möglichkeitswelten – nicht nur staatlichen, sondern auch kulturellen, mentalen oder Alltags-Szenarien. Entgegen verbreiteter Abwertung finden auch christliche und sozialistische Modelle Berücksichtigung. Als besonders produktive Prognostiker erweisen sich neben den genannten Autoren Christa Wolf, Marlen Haushofer, Irmtraud Morgner, Ernst Jünger, Stefan Andres, Carl Amery, Hans Erich Nossack, Volker Braun, Peter Handke, Günter Herburger und Thomas Glavinic. Manfred Windfuhr, geb. 1930 in Remscheid-Lennep, Neugermanist, 1967-1969 Professor für Neuere Germanistik in Bonn, 1969-1992 in Düsseldorf, Herausgeber der Düsseldorfer Heine-Ausgabe in 16 Bänden (Hamburg 1973-1997), Bearbeiter der Bände V und VIII. Weitere Buchveröffentlichungen: Immermanns erzählerisches Werk (1957), Die barocke Bildlichkeit und ihre Kritiker (1966), Die unzulängliche Gesellschaft. Rheinische Sozialkritik von Spee bis Böll (1971), Heinrich Heine. Revolution und Reflexion (2. Auflage 1976), Erfahrung und Erfindung. Interpretationen zum deutschen Roman vom Barock bis zur Moderne (1993), Rätsel Heine (1997), Erinnerung und Avantgarde. Uwe Johnson als Erzähler (2003), Die Düsseldorfer Heine-Ausgabe. Ein Erfahrungsbericht (2005).
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Kommentare
Ariane Neuhaus-Koch
28 vor einigen Tagen
Eine faszinierende und umfassende Darstellung von deutschsprachigen Utopien und Dystopien aus den Jahren 1939 bis 1989. Sie ist gut geschrieben, bezieht die utopischen Traditionen der Weltliteratur ein und eröffnet neue kulturwissenschaftliche Perspektiven.