Wissen! Der Sachbuchpreis der wbg für Geisteswissenschaften
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Kategorie:
Mittelalter
Ausstattung:
Buch (Hardcover)
Maße:
217 x 139
ISBN:
9783406727306
Erschienen:
28.08.2018
Verlag:
C.H.Beck

Autorenportrait

Bauer Thomas
Nominierungen: 2|
Kommentare: 2 |
Bauer Thomas
Warum es kein islamisches Mittelalter gab
Das Erbe der Antike und der Orient

Der Islam ist im Mittelalter steckengeblieben, hat Renaissance, Reformation und Aufklärung verpasst. So lautet die gängige Diagnose. Was aber, wenn es gar kein islamisches Mittelalter gab? Thomas Bauer zeigt an zahlreichen Beispielen, wie in der islamischen Welt bis zum 11. Jahrhundert die Antike weiterlebte, und widerlegt damit überzeugend die eingespielten Epochengrenzen und unser Bild von einem reformbedürftigen «mittelalterlichen» Islam. Jahrhundertelang waren im Orient die antiken Städte lebendig, mit Bädern, Moscheen und anderen steinernen Großbauten, während sie in Europa zu Ruinen verfielen. Ärzte führten die Medizin Galens fort, Naturwissenschaften und Liebesdichtung blühten auf. Kupfermünzen, Glas, Dachziegel, Papier: Im Alltag des Orients gab es lauter antike Errungenschaften, die Mitteleuropäer erst zu Beginn der Neuzeit (wieder) neu entdeckten. Thomas Bauer schildert anschaulich, wie die antike Kultur von al-Andalus über Nordafrika und Syrien bis Persien fortlebte und warum das 11. Jahrhundert in ganz Eurasien, vom Hindukusch bis Westeuropa, eine Zäsur bildet, auf die in der islamischen Welt bald die Neuzeit folgte. Ein kleines Meisterwerk, das konzise, verständlich und mit der nötigen Portion Gnadenlosigkeit eingefahrene Sichtweisen auf Orient und Okzident zurechtrückt.

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Kommentare
Hermann Geffcken
2 vor Monaten
Noch kenne ich das Buch nicht selbst. Es steht aber auf meiner "Bestell-Liste" ganz oben. Die Inhaltsangaben lassen mich Erklärungen erwarten zu den Gründen dafür, warum der Islam bei uns auf so viele Vorbehalte stoßt.
Rainer Fischbach
2 vor Monaten
Bauer korrigiert nicht nur verbretete falsche Vorstellungen über den Islam, sondern leistet auch einen wertvollen und längst fälligen Beitrag zur historischen Periodisierung. Eine lehrreiche und zudem fesselnde Lektüre.