Wissen! Der Sachbuchpreis der wbg für Geisteswissenschaften
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Kategorie:
Gesellschaft
Ausstattung:
Buch (Hardcover)
Maße:
217 x 139
ISBN:
9783406714023
Erschienen:
23.04.2018
Verlag:
C.H.Beck

Autorenportrait

Kermani Navid
Nominierungen: 11|
Kommentare: 10 |
Kermani Navid
Entlang den Gräben
Eine Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan
Ein immer noch fremd anmutendes, von Kriegen und Katastrophen zerklüftetes Gebiet beginnt östlich von Deutschland und erstreckt sich über Russland bis zum Orient. Navid Kermani ist entlang den Gräben gereist, die sich gegenwärtig in Europa neu auftun: von seiner Heimatstadt Köln nach Osten bis ins Baltikum und von dort südlich über den Kaukasus bis nach Isfahan, die Heimat seiner Eltern. Mit untrüglichem Gespür für sprechende Details erzählt er in seinem Reisetagebuch von vergessenen Regionen, in denen auch heute Geschichte gemacht wird.
Navid Kermani ist im Auftrag des SPIEGEL von seiner Heimatstadt Köln durch den Osten Europas bis nach Isfahan, die Heimat seiner Eltern, gereist. Die Reise führte ihn mitten durch den jüdischen «Ansiedlungsrayon» der Zarenzeit, die «Bloodlands» des Zweiten Weltkriegs, am Riss zwischen Ost und West entlang, wo der Kalte Krieg längst nicht zu Ende ist und im Donbass zum heißen Krieg wird. Er hat die Trümmer zerstörter Kulturen und die Spuren alter wie neuer Verwüstungen gesehen. Vor allem hat er Menschen getroffen, die innerlich zerrissen sind, weil sie sich auf der Suche nach Heimat und Wohlstand auf eine Seite schlagen müssen. Mit wenigen Strichen lässt er das Nachtleben der Großstädte lebendig werden, Geschäfte wie zu Sowjetzeiten, hippe Cafés, die Gelassenheit in Frontnähe und die Angst vor den anderen, wer immer das ist.

"Das Beispiel von Navid Kermani zeigt, wie voraussetzungsreich eine Autorschaft gemacht sein muß, wie vielfach gebrochen, marginalisiert, davon betrübt und zugleich euphorisiert, wie sehr, bei aller Kritik, weltbegeistert sie sein muß, daß sie sich die Rolle des politischen Schriftstellers, die auch besonders schön leuchtet, zutrauen darf."
Rainald Goetz, Dankesrede zur Verleihung des Büchner-Preises 2015
24,95 €
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Kommentare
Dietrich Rost
gestern
ch habe wegen des Autors zu dem Buch gegriffen. Reiseschilderungen sind eigentlich nicht mein Thema und zudem auch noch durch das östliche Europa. Aber dann konnte ich das Buch kaum weglegen, so zog mich es in den Bann. Für mich waren es v.a. seine Gespräche, die er mit den unterschiedlichsten Leuten geführt und dabei schlaglichtartig deren Lebenssituation näher gebracht hat.
Benedikt Grimmler
4 vor einigen Tagen
Eine sprachlich gelungene, informative, sachliche, aber auch kritische Reise durch Länder, über die man hier mehr erfährt zu den Hintergründen aus den Nachrichtenmeldungen.
Günter Borunsky
6 vor einigen Tagen
Warum muss ich hier einen Kommentar schreiben? Ich moechte "nur" eine Nominierung abgeben... fuer mich ist das Aufwand genug...………………………………………….. (140 Zeichen).
Eberhard Koch
12 vor einigen Tagen
Der Reisebericht Kermanis ist äußerst informativ und gut lesbar formuliert. Er füllt Wissenslücken über das östliche Europa und ist eine sehr geeignete Vorbereitung für Reisen in diese Länder.
Klaus Hock
14 vor einigen Tagen
Den MigrantInnen entgegenzugehen - welch ein Bild, welch eine Perspektive! Eins solche können nur wenige eröffnen - David Kermani gehört dazu!
Johannes Wachten
14 vor einigen Tagen
Mit seinem Reisebericht überwindet Navid Kermani die Gräben und Grenzen eines riesigen Gebietes, das uns alle angeht - nicht nur aktuell, sondern schon von alters her.
Heribert Woestmann
14 vor einigen Tagen
Der Autor ist einer der wenigen, der die Gräben nicht nur benennt und beschreibt, sondern alles daran setzt, dass sie zugeschüttet werden. Und das bisher aus einer Position, die nicht universitär verankert ist.
Dr. Susanne Gierlich
2 vor Monaten
Ein sehr wichtiges Buch. Möglichst viele Menschen sollten es lesen, um diese Weltgegend besser zu verstehen. Vielleicht animiert es auch zu einer Reise.
Thomas Schulte im Walde
2 vor Monaten
Grenzen werden immer ein Menschheitsthema sein und bleiben, auch im philosophischen Sinne, etwa Grenzen im Kopf, Grenzen unseres Denkens und Handelns.
Hagen Reichert
2 vor Monaten
Eine Reise, Gegenden, Menschen, kurz: ein ganzes Thema, das mich sehr interessiert! Solche "reisenden Geschichtenerzähler" vermisse ich, seit Scholl-Latour nicht mehr lebt...